Drüben am Walde kängt ein Guruh

Vom Seemann, Dichter und reisenden Artisten 

Joachim Ringelnatz

 

Pforte Salon

So 13. März, 16 Uhr  |  Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast

Reservierung unter T +43 5523 62501 oder www.arbogast.at

 

„Ich bin etwas schief ins Leben gebaut“, meinte Joachim Ringelnatz einmal – und hat sich schnurgerade in die Herzen seines Publikums geschrieben! Der geniale Schriftsteller zählt zur Crème de la Crème der deutschen Lyrik: Seine Gedichte sind geistreich und humorvoll, oft hintergründig und skurril, oder auch zart, voller Gefühl und Herzenswärme. In diesem Programm hören wir aus der Lebensgeschichte von Joachim Ringelnatz, von seiner Zeit als Matrose auf den Weltmeeren, seinem Wirken als Dichter und Kabarettist im München und Berlin der 20er- und 30er-Jahre und seiner Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Und natürlich erfreuen wir uns an seinen legendären Gedichten, die uns in die Welt von Pfingstochsen, Igelschweinen, männlichen Briefmärken oder in jene des Seemanns Kuttel Daddeldu und anderer wundersamer Lebewesen entführen.
 
Es erzählt, liest und spielt: Gotthard Bilgeri
Musik: Claudia & Klaus Christa
 

 

 

Logik

Die Nacht war kalt und sternenklar,
da trieb im Meer bei Norderney
ein Suahelischnurrbarthaar –
die nächste Schiffsuhr wies auf drei.

Mir scheint da mancherlei nicht klar:
man fragt doch, wenn man Logik hat,
Was sucht ein Suahelihaar
denn nachts um drei am Kattegatt?

 

Joachim Ringelnatz (1883-1934)