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Der Aufbruch der Frauen

 

 

Pforte im Frauenmuseum  |  Konzert & Ausstellung

Sa 23. April, 17 Uhr, Frauenmuseum Hittisau

 


 

Programm

 

Maria Bach (1896–1978) 2. Streichquartett
Verena Zeiner (*1983) On Connection für Klavierquintett UA

Johanna Müller-Hermann (1868–1941) Klavierquintett g-Moll op. 31

 

Ensemble Louise Farrenc

Mayumi Kanagawa Violine
SongHa Choi Violine

Klaus Christa Viola

Mathias Johansen Violoncello
Katya Apekisheva Klavier

 


Von: Erich Hermann | Betreff: johanna müller-hermann Datum: 8. September 2021 um 22:40:32 MESZ

Sehr geehrter Herr Christa,
mit großer Freude habe ich gestern Ihre eindrucksvolle Wieder- gabe des Streichquintetts op. 7 von Johanna Müller-Hermann in YouTube entdeckt. Es ist meines Wissens das erste Mal, dass seit dem Tod der Komponistin dieses Werk gespielt wird, jeden- falls aber war die Aufführung ein großes Verdienst um Johanna Müller-Hermann (...) Ich vermute, dass der Wiederentdeckung eine mühsame Durchforschung des Archivs in der Österreichi- schen Nationalbibliothek vorausgegangen ist. Es würde mich sehr interessieren, wie dieses Ergebnis zustande kam. Ich muss mein Interesse erklären: Ich bin ein Großneffe der Komponistin (...) Ich war einer der «Verwalter» der Urheberrechte, kenne den Katalog ihrer Werke und weiß, dass nur ein kleiner Teil ihrer Musik in der gegenwärtigen Situation (und wohl auch in der Zukunft) die Chance einer Aufführung hat. Umsomehr freut es mich, dass nach dem Streichquartett op. 6 nun auch das Streichquintett in die Öffentlichkeit treten konnte. Das Video zeigt, mit welcher Begeisterung und welchem Engagement musiziert wurde, das kommt sehr gut «herüber». – Falls Sie interessiert sind, sich mehr mit der Persönlichkeit von Johanna Müller-Hermann zu beschäftigen, kann ich Ihnen vielleicht
die eine oder andere Information geben.
Es würde mich freuen, von Ihnen zu hören. Mit besten Grüßen aus Wien

 

Erich Hermann

 

Freudige Überraschung


Jener Augenblick, an dem wir dieses Werk zum ersten Mal auf unseren Notenständern liegen hatten, ist mir noch in lebendigster Erinnerung: Wir spielten das Quintett vom Blatt, der letzten Note folgte ein Moment des Schweigens, unsere Blicke trafen sich und wir wussten: Hier liegt ein großartiges Meister- werk, ein Werk, mit dem Johanna Müller-Hermann eben- bürtig in die Riege großer Namen wie Gustav Mahler oder Arnold Schönberg eingeordnet werden darf.

 

Im April 2022 werden wir ein weiteres Quintett von Johanna Müller-Hermann zur Aufführung bringen, das höchst wahrscheinlich 1932 zum letzten Mal gespielt wurde. Wie Erich Hermann mir erzählte, war ihr gerade dieses Klavierquintett besonders lieb, noch kurz vor ihrem Tod wünschte sie sich die Drucklegung dieses Werkes. Ein Kritiker schrieb nach der Uraufführung:


Johanna Müller-Hermann, eine unserer bedeutendsten Komponistinnen kam mit ihrem Klavierquintett (g-moll) anlässlich des jüngsten Abends des Prix-Quartetts zu verdienter Würdigung. Auch die illustre Nachbarschaft eines glänzend gespielten Beethoven und des originellen Quartetts von Ravel konnte dem Werk der hochangesehenen Komponistin nicht bloss keinen Abbruch tun, sondern der meisterhafte Aufbau, die Klangschönheit und der Erfindungsreichtum, aber auch
die Energie dieser Komposition bestanden nach diesen Vorgängern in höchsten Ehren.
Klaus Christa