Als ich die Pforte für mich entdeckt hatte, war es «Liebe auf den ersten Blick». Ich mag die Auswahl der Musik, bekannte Kammermusikstücke, wieder entdeckte Komponist*innen sowie Uraufführungen. Ich mag die Spielfreude, es ist für mich so spürbar, wie hier hoch professionell und mit Leidenschaft gespielt wird.

Die Pforte wäre nicht die Pforte, wenn ich nicht von der Atmosphäre vor Ort sprechen würde: Es ist Freitagabend, das Ende einer Arbeitswoche, und es ist wie ein Ankommen, ein Durchatmen, junge und ältere Menschen, ich höre Englisch und Spanisch und natürlich Deutsch, es ist ein bisschen international und unkompliziert. Auch nach dem Konzert – gemütlich, unaufdringlich. Und – zugegeben, ich sammle die Jahresprogramme, alle. Wegwerfen geht gar nicht ..."

Helga Kohler-Spiegel | Abonnentin

 

Konzert N°1

Ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang

Von der Großzügigkeit der Welt

 

Pforte um 7  |  Die öffentliche Generalprobe

Do 9. Februar, 19 Uhr, Festsaal der Stella Privathochschule Feldkirch

 

Impuls um halb  |  18.30 Uhr, Erdgeschoss Pförtnerhaus

Margret Rasfeld, Gründerin und pensionierte Direktorin der zukunftsweisenden Evangelische Schule Berlin Zentrum, ist neben dem Neurobiologen Gerald Hüther eine der Initiator*innen der Bewegung «Schule im Aufbruch». Sie spricht beim Impuls um halb über die zentralen Zukunftskompetenzen Mut und Vertrauen in die Ungewissheit sowie einen produktiven Umgang mit schwerwiegenden Veränderungen und mit dem Scheitern.


 

Pforte um 8  |  Konzert & Buffet

Fr 10. Februar, 20 Uhr, Festsaal der Stella Privathochschule Feldkirch

 

Impuls um halb  |  19.30 Uhr, Erdgeschoss Pförtnerhaus

Margret Rasfeld, Gründerin und pensionierte Direktorin der zukunftsweisenden Evangelische Schule Berlin Zentrum, ist neben dem Neurobiologen Gerald Hüther eine der Initiator*innen der Bewegung «Schule im Aufbruch». Sie spricht beim Impuls um halb über die zentralen Zukunftskompetenzen Mut und Vertrauen in die Ungewissheit sowie einen produktiven Umgang mit schwerwiegenden Veränderungen und mit dem Scheitern.


 

Programm

 

Verena Zeiner (*1983) Auftragswerk für Orchester

Max Bruch (1838-1920) Doppelkonzert für Klarinette, Viola und Orchester e-Moll op. 88

Ludwig van Beethoven (1770-1827) 7. Symphonie A-Dur op. 92

 

Pforte Kammerorchester Plus

Pawel Zalejski Konzertmeister

Verena Zeiner Klavier

Matthias Schorn Klarinette

Klaus Christa Viola

Margret Rasfeld Impuls um halb

 


Und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang

 

Diese Zeilen aus dem vielleicht bekanntesten Gedicht des Stundenbuchs von Rainer Maria Rilke lieben wir für die Tatsache, dass Rilke sich nicht entscheiden kann, ob er «ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang» ist. Oder alles gleichzeitig. Diese inspirierenden Bilder für die sich entfaltende Menschenseele meint uns alle. Er glaubt, dass in uns allen etwas Größeres steckt, das darauf wartet, sich entfalten zu dürfen.

 

Wie wäre es, wenn das Leitmotiv in Familien, Kindergärten, Schulen, Universitäten und Lehrbetrieben das Nachdenken darüber wäre, wie man heranwachsende Menschen dabei unterstützen kann, herauszufinden, ob «ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang» in ihnen wohnt? Damit meinen wir nicht, dass all die jungen Menschen Künstler*innen oder Dichter*innen werden müssen. Aber wir glauben, dass es für ein erfülltes Leben entscheidend ist, mit möglichst großer Begeisterung Zugang zu den Stärken, die in uns schlummern, zu &nden. Wir glauben, es ist entscheidend, dass wir dem Leben, das wir leben, ein begeistertes «Ja» zurufen.

 

Wie müssen die Räume beschaffen sein, in denen junge Menschen ihrer persönlichen Kraft und Verantwortung entgegenwachsen können?

Um ein Selbstvertrauen zu entwickeln, das zu einem individuellen Leben verhilft, brauchen wir Erfahrungen, in denen wir unsere Grenzen überschreiten, Erfahrungen, die uns zum Schwitzen bringen, Erfahrungen, in denen wir intensiv gefordert und herausgefordert sind. Und wir brauchen erfahrene Menschen, die uns durch diese Herausforderungen begleiten. Menschen, die wissen, dass dies der Weg zur Erfüllung ist und die zwar unsere Klagen hören, uns aber die Last nicht abnehmen. Wenn wir solch intensive Abenteuer bestehen, dann wächst der Glaube in unsere Kraft und das Interesse an unseren individuellen Möglichkeiten. Das Schöne an diesem Weg ist, dass wir dafür nicht den Vergleich oder den Wettkampf suchen müssen, im Gegenteil: Das Ein- lassen auf das, was auf uns zukommt, das Durchleben unserer Ängste und Zweifel, die Erfahrung, dass wir alles gegeben haben und vielleicht sogar ein bisschen mehr, das reicht.

 

Einen solchen Erfahrungsraum zu schaffen, in denen junge Musiker*innen ihre Selbstwirksamkeit, ihre Ausdauer, ihr Talent, ihre Begeisterung und ihren Gemeinschaftssinn entwickeln können, ist seit Anbeginn die Intention des Pforte Kammerorchesters Plus. Es ist eine Freude zu sehen, wie die jungen Musiker*innen sich einlassen, wie sie Verantwortung übernehmen, mit Freude Teil einer Gruppe werden und auch nach intensiven Probetagen in erster Linie beglückt sind. Menschen zu sehen, die erleben, dass es auf sie ankommt, die sich alle persönlich für das Gelingen des Ganzen verantwortlich fühlen und dem Kollektiv ihre ganze Kraft und Leidenschaft schenken, das ist eine ganz besonders große Freude.

 

Klaus Christa