Konzert N°1

Spielen und Staunen

Die beste aller Welten

 

 

Pforte um 7  |  Die öffentliche Generalprobe

Do 10. Februar, 19 Uhr, Festsaal des Landeskonservatoriums Feldkirch

 

Impuls um halb  |  18.30 Uhr, Erdgeschoss Pförtnerhaus

«Musik als Chance für den sozialen Wandel.» Christine Rhomberg von der Hilti Foundation

spricht über die von ihnen unterstützten Musik-Projekte. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Pforte um 8  |  Konzert & Buffet

Fr 11. Februar, 20 Uhr, Festsaal des Landeskonservatoriums Feldkirch

 

Impuls um halb  |  19.30 Uhr, Erdgeschoss Pförtnerhaus

«Musik als Chance für den sozialen Wandel.» Christine Rhomberg von der Hilti Foundation

spricht über die von ihnen unterstützten Musik-Projekte. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


 

Programm

 

Ursula Reicher (*1992) Auftragswerk für Orchester

Max Bruch (1838–1920) Konzert für Klarinette und Viola, e-Moll op. 88

Ludwig van Beethoven (1770–1827) 4. Symphonie B-Dur op. 60

 

 

Pforte Kammerorchester Plus

Pawel Zalejski Konzertmeister & Leitung

Matthias Schorn Klarinette

Klaus Christa Viola

 


Spielen und Staunen

 

Während Beethoven im Jahre 1803 noch an seiner 3. Symphonie, der «Eroica», arbeitete, entstanden bereits Skizzen zur 5. und 6. Symphonie, die erst in den Jahren 1807/08 fertiggestellt werden sollten. Es waren ambitionierte Projekte, die ihn über Jahre beschäftigten. Zu dieser Zeit, im September 1806, besuchte er seinen Freund und Gönner Fürst Lichnowksy in Grätz, der ihn mit dem Grafen von Oppersdorff bekannt machte. Oppersdorff war ein enthusiastischer Musikfreund, der ein eigenes Symphonieorchester unterhielt und man erzählt sich, dass er seine Dienerschaft in erster Linie nach deren musikalischen Fertigkeiten aussuchte. Oppersdorff nutzte die Gunst der Stunde und ließ sein Orchester die 2. Symphonie Beethovens aufführen. Die Stimmung war gut, die beiden Gäste fühlten sich geschmeichelt: Lichnowsky als Widmungsträger der 2. Symphonie und Beethoven als Komponist. Der Graf bestellte gleich zwei neue Symphonien bei Beethoven, wovon eine, nämlich die 4. Symphonie, bereits sechs Monate später uraufgeführt werden sollte. Ein Kritiker beschrieb sie als heiter, verständlich und sehr einnehmend. Beethovens schöpfte damals Hoffnung, seine Unsterbliche Geliebte Josephine von Brunsvik vielleicht doch noch heiraten zu können, da sie gerade verwitwet war. Der Dirigent und Zeitgenosse Beethovens, Ignaz von Seyfried, charakterisierte Beethoven zu dieser Zeit als heiter, zu jedem Scherz aufgelegt, frohsinnig, munter, lebenslustig, witzig, nicht selten satirisch. So wundert es nicht, dass sich das Werk in kürzester Zeit nahezu von selbst schrieb und eine dementsprechende spielerische Leichtigkeit ausstrahlt.

 

Die andere Seite der Leichtigkeit

Beethoven hielt die Vereinbarung nicht ein, die 5. Symphonie Oppersdorff zu widmen, der bereits eine beträchtliche Summe angezahlt hatte. Er schrieb dazu entschuldigend in einem Brief an den Grafen:

Noth zwang mich die Sinfonie, die für sie geschrieben, und noch eine Andere dazu an Jemanden andern zu veraüßern [!] – seyn sie aber versichert, daß sie die jenige, welche für sie bestimmt ist, bald erhalten werden.

Eine Widmung war zur damaligen Zeit mit beträchtlichen Kosten verbunden und brachten dem «Käufer» neben seiner Namensnennung auf dem Titel für eine gewisse Zeit auch das alleinige Verfügungsrecht an der Komposition ein. So musste sich Oppersdorff mit der Widmung nur einer Symphonie zufrieden geben.

 

Robert Schumann hat die Schönheit dieser 4. Symphonie in ein wunderbares Bild gefasst: Sie sei eine griechisch schlanke Maid zwischen zwei Nordlandriesen (gemeint sind die 3. und die 5. Symphonie).

 

Klaus Christa

 


Gedanken zu Spiele auf dem Weg

 

Wir, alle Wesen im Universum, durchleben einen Prozess. Diesen Prozess kann man sich als eine stetige Entwicklung, als ein Auf- und Abstreben oder einen Weg vorstellen. Wir assoziieren unsere Zeit im Leben oft mit einem Weg, einem Pfad, einer Route, die einen Anfang sowie ein Ende hat. Das Jahresmotte der Pforte meint aber auch: «der Weg ist das Ziel», den Akt des Beschreitens dieses Pfades selbst, das Tun, den Prozess überhaupt «anzugehen», das eigentlich Wichtige exemplifiziert. Es geht sozusagen nicht um einen Startpunkt oder eine Endstation. Das Leben ist ein Weg und diesen gehen, diesen leben, diesen erleben wir. Jede Station

ein Spiel, jedes Spiel ein Abschnitt und jedes Spiel fordert Gewinn, Verlust oder Gleichstand. Gewinnt man nur, verliert man womöglich den Boden, hebt ab oder kommt gar vom Weg ab. Verliert man nur, ist die Route beschwerlich und das Gepäck zu schwer. Also ist vielleicht der gewisse Humor und die Leichtigkeit bei jedem Spiel essentiell, um unabhängig vom Ausgang des Prozesses Akzeptanz aufbringen zu können. «Spiele auf dem Weg» – eine Aufforderung: Markiere Stationen auf deinem Weg, hinterlasse Spiele in deinem Leben, sei aktiv und glaube an deinen Weg.

 

Ursula Reicher